Leistungsbild Umweltbaubegleitung

Ökologische Baubegleitung - Umweltbaubegleitung

 

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" (Sepp Herberger), hier im Hinblick auf die Umsetzung der in den Genehmigungsverfahren versprochenen und danach verbindlich festgesetzten Maßnahmen. Deshalb ist nach dem Bau immer auch vor der nächsten Genehmigung.

 

Oder anders gesagt: Es spricht sich herum, wenn "mehr erzählt als erzielt" wird.

  • Beachtung der naturschutz-, bodenschutz- und wasserrechtlichen Zulassungsauflagen

  • Vermeidung unnötiger Schädigungen durch den Baubetrieb

  • Umsetzung der Maßnahmen zum Ausgleich und zum Ersatz der mit dem baulichen Eingriff verbundenen Folgen

  • Monitoring und Erfolgskontrolle dieser Maßnahmen zum Ausgleich und Ersatz, Dokumentation

 

Das sind die Ziele, die bei einer ökologischen Baubegleitung anstehen, deren Einhaltung und Erfüllung zu überprüfen ist. Neben dem regelmäßigen Kontakt zu Auftraggeber, Fachbauleitung und Ausführungsfirmen gelingt das Ganze nur, wenn die zuständigen Fachbehörden und -institutionen in das Verfahren eingebunden werden können.

Nach hiesiger Erfahrung mit der Begleitung von Vorhaben im Anlagen-, Deponie- und Wasserbau, hat es sich bewährt, regelmäßig Berichte in der Weise anzufertigen, dass mit ihnen ganz offen alle anstehenden Probleme - aber  auch gelöste Aufgaben angesprochen werden.

Mängel und Ablaufprobleme aus technischer und naturschutzfachlicher Sicht werden den am Bau Beteiligten damit nicht nur beiläufig erläutert, sondern so dokumentiert, daß Wiederholungen von Fehlern eine Ausnahme werden sollten.

Schon zu Beginn der Arbeiten werden die Ausführungsfirmen in die jeweilige landschaftliche und naturschutzrechtliche Problematik eingewiesen, was in der Regel schon zu einer deutlichen Aufmerksamkeit für die Umweltbelange führt.

Mit fortschreitender Ausführungszeit kann und soll diese Zusammenarbeit verbessert werden. Aber, Papier ist geduldig. Es ist also wichtig, die Umweltbelange auch im Zuge der Bauarbeiten fortwährend zu erläutern. Wiederholungen darf man nicht scheuen.

 

Die Erfahrung zeigt, daß eine umweltverträgliche Ausführung nicht nur möglich, sondern auch erzielbar ist. Nur, ohne leistungsfähige Baufirmen und vor allem passendes Wetter, geht es garantiert nicht zu 100 % gut. Mit einer technisch und naturschutzfachlich informierten und informierenden Baubegleitung sind die geplanten und geforderten Ergebnisse   anzusteuern und bleiben damit nicht dem Zufall überlassen. Auch sollte so auf Dauer ein versachlichtes Genehmigungsumfeld herbeigeführt werden.

 

Ökologische Baubegleitung

 

Monitoring der naturschutzfachlichen und naturschutzrechtlichen Funktionalität

 

Mai 2011, Kontrolle von Flächenumwidmungen, Extensivierung und Strukturanreicherungen (Initialstadium)

 

 

 

 

Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung

bei unterirdischen Rohrleitungen für nicht wassergefährdende Stoffe

gemäß Landschaftsgesetz NRW -LG

Eingriffsregelung Rohrleitungsbau Gasleitungen (E Reg Rohrl Gas)

 

Gem. RdErl. des Ministeriums für Wirtschaft und Mittelstand,

Energie und Verkehr - IV A 2 42 - 08

und des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz,

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

III - 8 - 605.13.20.02 vom 13.9.2002

(MBl. Nr. 54 vom 25.10.2002 S. 1087; 14.1.2008 S. 82)

 

1. Zweck

Zweck dieses Erlasses ist die landeseinheitliche Einführung eines Bewertungsrahmens für den Bau von unterirdischen Rohrleitungen für nicht wassergefährdende Stoffe (Gasleitungen), der der Bewertung solcher Maßnahmen als Eingriff im Sinne des Landschaftsgesetzes und der Ermittlung der hieran anknüpfenden Kompensation (Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen) dient.

2. Anwendungsbereich

Der Anwendungsbereich des Bewertungsrahmens richtet sich in erster Linie an die Vorhabenträger. Soweit für ein Leitungsvorhaben eine behördliche Gestattung (Bewilligung, Erlaubnis, Genehmigung, Zustimmung, Planfeststellung oder sonstige Entscheidung) oder eine Anzeige an eine Behörde vorgeschrieben ist, findet § 6 Abs. 1 LG Anwendung. In den Fällen, in denen ein Vorhaben nach § 11 a Abs. 1 S. 1 und 2 EnWG der Planfeststellung oder Plangenehmigung bedarf, ist der Bewertungsrahmen auch von der für das Verfahren zuständigen Behörde unter Berücksichtigung der Vorschläge der Landschaftsbehörde ihrer Verwaltungsebene anzuwenden. Im Falle der Plangenehmigung ist das Benehmen herzustellen. Für Vorhaben, die die Schwellenwerte des § 11 a Abs. 1 S. 1 EnWG nicht erreichen oder in Fällen von unwesentlicher Bedeutung, in denen die Plangenehmigung entfällt, kann im Einzelfall eine Genehmigung der zuständigen Landschaftsbehörde gemäß § 6 Abs. 4 LG erforderlich sein. Auch die Landschaftsbehörde wird im Rahmen ihrer Zuständigkeit den Bewertungsrahmen zugrunde legen.

3. Bewertungsrahmen

Das Bewertungsverfahren wurde von einer Gutachtergruppe auf fachwissenschaftlicher Grundlage erarbeitet und wird im Folgenden als "Bewertungsrahmen" bezeichnet. Der Bewertungsrahmen beschreibt die für die Umsetzung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung maßgebenden Arbeitsschritte in den Bereichen

- Naturhaushalt (biotische und abiotische Faktoren, wobei der Eingriff in das Bodengefüge insbesondere Berücksichtigung findet) bzw.

- Landschaftsbild/naturbezogene Erholung, und gibt dazu Arbeitshilfen.

Bei der Erarbeitung des Bewertungsrahmens wurden der Bau (Verlegung), die unterirdischen Anlagen und die betriebsbedingten Wirkungen dieser Rohrleitungen einbezogen. Dies gilt auch für oberirdische Anlagen (z. B. Armaturenstationen), sofern diese direkt den Rohrleitungen zuzuordnen sind.

Größere oberirdische Anlagen, wie z. B. Verdichterstationen, sind vom Bewertungsrahmen nicht abgedeckt.

Der Bewertungsrahmen sieht eine einzelfallbezogene Vorgehensweise vor. Mit der Anwendung des Bewertungsrahmens soll der Untersuchungsaufwand auf die Eigenart des unterirdischen Rohrleitungsbaus begrenzt werden. Der Bewertungsrahmen zeigt Wege auf, eine Verfahrensbeschleunigung zu erreichen und die Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit der Vorgehensweise sicherzustellen.

Der Bewertungsrahmen ist nach Maßgabe dieses Erlasses anzuwenden. Aufgrund seines Umfanges ist der Bewertungsrahmen hier nicht abgedruckt. Er ist zu beziehen bei der

 

Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft

Gas und Wasser mbH

Josef-Wirmer-Str. 3

53123 Bonn

Tel.: 0228 - 9191 - 40

Fax:0228 -9191 -499

Internet: www.wvgw.de

E-Mail: info@wvgw.de

4. Ergänzende Hinweise

Bei der Anwendung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung sind im Gasleitungsbau die sach- und fachgerechte Ausführung der Baumaßnahmen, die Einhaltung der Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen sowie die zeitnahe Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen (spätestens eine Vegetationsperiode nach Abschluss der Bauarbeiten) von erheblicher Bedeutung. Es wird daher ausdrücklich auf die sich in der Verwaltungspraxis vor allem bei Großprojekten bereits etablierte Verpflichtung der Vorhabenträger zur Bestellung und Benennung einer qualifizierten landschaftspflegerischen Baubegleitung hingewiesen.

5. In-Kraft-Treten, Geltungsdauer, Übergangsbestimmung

Der Erlass tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Dieser RdErl tritt mit Ablauf des 31.12.2012 außer Kraft. Die Regelungen gelten nicht für Gasleitungsvorhaben, bei denen der Untersuchungsrahmen zwischen Versorgungsunternehmen und Landschaftsbehörde zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens dieses Erlasses bereits abgestimmt wurde.

 

- MBI. NRW. 2002 S. 1087 und 14.1.2008 S. 82